Freude am Feiern: Ja – Größenwahn: Nein

Der Semper-Opernball braucht Stil und Transparenz

Die Dresdnerinnen und Dresdner können feiern. Niemand will und niemand kann ihnen die Freude am Singen, am Tanzen und Musizieren nehmen. In der Kunst- und Kulturstadt von europäischem Rang geht es dabei traditionell etwas barocker und ausschweifender zu als anderswo. Menschen aus allen Teilen der Welt kommen auch deshalb nach Dresden. Hier haben sich Kunst und Kultur auf glückliche und gelungene Weise mit der Schönheit des Naturraumes verbunden.

Darüber kann man sich nur freuen.

Die Schlagzeilen allerdings, die der Verein des Semper-Opernballs zum wiederholten Mal produziert hat, sind ärgerlich und belastend. Sie sind geeignet, den Ruf Dresdens nachhaltig zu beschädigen. Maßgebliche und öffentlichkeitswirksame Entscheidungen, wie zum Beispiel die Benennung der Preisträger des „St. Georgs Ordens“, erfolgen intransparent. Es scheint, als ob sie selbst innerhalb des Vereins undemokratisch und nicht gemäß objektiver Kriterien zustande kommen. 

Ein Verein muss gewiss nicht über all seine Aktivitäten öffentliche Rechenschaft ablegen. Wo allerdings das öffentliche Interesse derart groß ist, wo demokratisch gewählte Politiker maßgeblich beteiligt sind und sich ein Ereignis so gewichtig auf die internationale Wahrnehmung Dresdens auswirkt wie beim Semper-Opernball, sind Stil, Transparenz und Seriosität ein unbedingtes Muss. 

Wir fordern die Verantwortlichen auf, Sorge zu tragen, dass der Semper-Opernball künftig nach öffentlich nachvollziehbaren Prinzipien vorbereitet und durchgeführt wird. Wir möchten uns künftig unbeschwert am Semper-Opernball mitfreuen können, was in diesem Jahr leider nicht möglich ist.

Albrecht Pallas, MdL                                                                                        

Dresdner Abgeordneter der SPD                           

Frank Richter, MdL

Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion  

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