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„Jeder ist zu Mitmenschlichkeit und Gemeinsinn aufgerufen.“

Ein Satz, der es nie ins Grundgesetz schaffte

Konrad Elmer-Herzig, Gründungsmitglied der SDP in der DDR, hatte versucht, diesen Satz ins Grundgesetz der Bundesrepublik hinein zu schreiben. Was in der Gemeinsamen Verfassungskommission (GVK, sie tagte bis 1993) noch positiv aufgenommen wurde, scheiterte an der notwendigen Zweidrittelmehrheit im Bundestag. Peter Hintze (CDU) nannte Konrad Elmer (damals trug er noch keinen Doppelnamen) einen „Terroristen der Mitmenschlichkeit“. Jürgen Rüttgers (CDU) sprach von einer nicht beabsichtigten Gefahr des vormundschaftlichen Staates (zitiert nach Süddeutscher Zeitung vom 20.5.2024). 

Elmer-Herzigs Anliegen fand hingegen einen Widerhall in der Präambel der Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Dort heißt es: 

„Die Ausübung dieser Rechte ist mit Verantwortung und Pflichten sowohl gegenüber den Mitmenschen als auch gegenüber der menschlichen Gemeinschaft und den künftigen Generationen verbunden.“ 

Zur Akzeptanz des Grundgesetzes im Osten der Republik

Hier gehts zu einem Interview mit Frank Richter bei MDR Aktuell:

Hier ein weiteres Interview mit Frank Richter bei MDR Kultur:

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