Wenige Blicke zurück, viele nach vorn

Foto: screenshot Apple Maps

Auf Einladung von Frank Richter, MdL, tagte am 10. Februar der 2. Runde Tisch Sachsenring.

Während des zweistündigen Dialogs zwischen Bürgern, Politikern und Betreiber herrschte eine konstruktive Atmosphäre. 

hier gehts zum Artikel in der FP am 12.02.21

zweiter Artikel in der FP online am 12.02.21

dritter Artikel in der FP online am 13.02.21

Frank Richter, MdL: 

„Die Bereitschaft, sich an einen Tisch zu setzen und zu verständigen, ist für unser Leben genauso wichtig wie Unternehmen, die Geld verdienen und Steuern zahlen. Mit gutem Willen und Fantasie sollte es möglich sein, einander entgegen zu kommen und das Image des Sachsenringes auch aus Sicht der Anwohner aufzupolieren.“  

OB Lars Kluge ergänzte:

„Ich habe gestern Abend einen sehr sachlichen Austausch aller Teilnehmer erlebt, was ich als sehr angenehm empfand. Besonders freue ich mich, dass auch das VSZ an der Runde teilgenommen hat.“

Beide Seiten sind am Limit

Kein Teilnehmer stellte die Existenz des Sachsenrings infrage. Das verlässliche Einhalten der Betriebszeiten, Pausen und Ruhetage ist auch in Zukunft wesentlich für das wechselseitige Vertrauen.

Zwei Dilemmata liegen in der Natur der Sache:

(1) Einerseits empfinden die Anwohner am Sachsenring die Lärmbelastung als eine schwere, gesundheitsschädliche Belastung. Andererseits liegt der Lärm den vorgenommenen Messungen zufolge im Rahmen des gesetzlich Erlaubten. Der Unterschied zwischen dem objektiv festgestellten Lärm und dem subjektiv empfundenen ist groß. Der Lärm ist real.

(2) Einerseits ist eine Lärmreduzierung wünschenswert. Andererseits befindet sich die Betreibung des Sachsenrings aufgrund vielfältiger Regulierungen bereits heute an der Grenze der Wirtschaftlichkeit.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Anwohner des Sachsenrings stellten die gesetzlich geltenden Lärmobergrenzen sowie die Mittelung der Messwerte grundsätzlich infrage. Der Vertreter des Verkehrssicherheitszentrums wies darauf hin, dass der Gesetzgeber besonders laute Motorräder im Straßenverkehr zulässt. Der Gesetzgeber könnte dies auch anders regeln, was von ihm ausdrücklich begrüßt würde. Alle waren sich einig: 

Es besteht Handlungsbedarf

Effektive Lärmschutzmaßnahmen sollten geplant und umgesetzt werden. Bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten ist auch der Freistaat gefragt. Der Betreiber arbeitet schon jetzt an der Reduzierung des direkt am Motorrad entstehenden Lärmes und wird dies weiterhin tun.

Die Vertreterinnen und Vertreter des Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) sowie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bekräftigten ihre Auffassung, dass Maßnahmen des aktiven und des passiven Lärmschutzes hinsichtlich ihrer Höhe, Positionierung und materiell-körperlicher Gestaltung ergriffen werden sollten.

Bei einem 3. Runden Tisch soll es um konkrete und praktische Vorschläge für künftige Veränderungen gehen. Die Einladung wird wiederum von Frank Richter erfolgen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren (Auswahl): 

OB Kluge, HOT

Frau Heinecke-Schmitt; SMEKUL

Herr Wollmann, LfULG

Herr Hartzendorf, Bürgerinitiative

Herr Ruben Zeltner, GF des VSZ / Sachsenring 

Vertreter der Stadtratsfraktionen Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz

Entschuldigt hatte sich BM Hetzel, Oberlungwitz

Teilnahme abgesagt wurde von der Landesdirektion Sachsen, vom Landratsamt sowie vom ADAC. 

Dass wie schon beim 1. Runden Tisch Sachsenring kein Vertreter des Landratsamts anwesend war, wurde bedauert. 

Hohenstein-Ernstthal, 11.2.2021 

Lars Kluge – Oberbürgermeister                           

Frank Nötzold und Christian Mendt – Moderatoren