Antje Hermenau, Frank Richter und Eckhard Jesse

21. August 2019 19:00 Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Dittrichring 24, 04109 Leipzig

Podiumsdiskussion anlässlich des Jahrestages zur Niederschlagung des Prager Frühlings.
Thema: „Ansichten aus der Mitte Europas – Gehört Sachsen noch zu Deutschland?“

Was hat die über mehrere Jahrzehnte andauernde Diktaturerfahrung mit den Menschen gemacht? Zeigen die über mehrere Generationen hinweg weitergegebenen Erfahrungen noch heute Wirkung?

Der Titel der Veranstaltung ist zusammengesetzt aus aktuellen Buchtiteln von Antje Hermenau und Frank Richter. Zunächst lesen beide einige Kernthesen aus ihren Publikationen. Danach folgt die Debatte im Podium und anschließend mit dem Publikum.
Die Sachsen erlebten von 1933 bis 1989 in unmittelbarer Folge zwei Diktaturen. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Verbrechen hat es in der DDR nie gegeben.
Nach 1945 kam es im kommunistischen Machtbereich und der DDR bis 1989 immer wieder zu Aufständen und Versuchen, den Sozialismus zu reformieren und demokratische Strukturen einzuführen. Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und dem Aufstand von 1956 in Ungarn wurde der „Prager Frühling“ im Frühjahr 1968 in der CSSR am 21. August 1968 gewaltsam durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Die Hoffnungen der Bevölkerungen auf Demokratie und Wohlstand konnten erst mit den friedlichen Revolutionen von 1989 erfüllt werden.
Welche Spuren haben die über mehrere Jahrzehnte andauernden Diktaturerfahrungen hinterlassen und zeigen die über mehrere Generationen hinweg weitergegebenen Erfahrungen noch heute Wirkung? Auf welchen Erfahrungshorizont treffen heute linksextreme und rechtsextreme Ideologien?
Die Veranstaltung wird moderiert von Reinhard Bohse vom Bürgerkomitee Leipzig. Der Eintritt ist frei.